Prognosen und Prozeduren – KI in der Medizintechnik in geschlechterkritischer Evaluation
Im Vortrag wird diesen Fragen nachgegangen und untersucht, inwiefern Geschlecht dabei Relevanz erhält. Werden Daten von allen Geschlechtern als gleich wichtig erachtet? Werden die lernenden Maschinen von der Vielfalt und Ambivalenz geschlechtlicher Körper sowie geschlechtlicher und sexueller Lebensweisen unterrichtet oder sind die Algorithmen erneut orientiert an einem Modell hegemonialer Männlichkeit, deren Vertreter* ohnehin über die Privilegien der sogenannten personalisierten Medizin verfügen und zu einer verschwindend kleinen Minderheit gehören? Was oder wer wird als Standard, als Norm und Normalität und damit als gesund den Rechenautomaten vermittelt?
Über die Referentin:
Waltraud Ernst ist promovierte Philosophin und seit 2010 am Institut für Frauen- und Geschlechterforschung der Johannes Kepler Universität Linz. Sie unterrichtet dort Gender Studies in Natur- und Technikwissenschaften als Pflichtfach für Studierende der Natur- und Ingenieurwissenschaften und war schon an mehreren interdisziplinären Forschungsprojekten in diesem Bereich beteiligt. Veröffentlichungen z.B.: Emancipatory Interferences with Machines? http://genderandset.open.ac.uk/index.php/genderandset/article/view/509 und Technikverhältnisse: Methoden feministischer Technikforschung https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-658-12496-0_41
