Prof. Dr. habil. Jana Koehler «Künstliche Intelligenz im Spannungsfeld von Digitalisierung, Innovation, Hype und Zukunftsfantasien»

Über die Referentin:

Jana Koehler ist wissenschaftliche Direktorin des Forschungsbereichs Algorithmic Business and Production am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH (DFKI). Von Anfang Februar bis Ende Oktober 2019 war sie CEO des DFKI. An der Universität des Saarlandes hat sie den Lehrstuhl für Künstliche Intelligenz inne.

Koehler studierte Informatik und Wissenschaftstheorie an der Humboldt Universität in Berlin und promovierte an der Universität des Saarlandes. Von 1990 bis 1996 war sie Mitarbeiterin am DFKI und anschließend habilitierte sie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Weitere berufliche Stationen waren die Schindler AG und das IBM Research Lab in Zürich. Von 2010 bis Anfang 2019 war sie Professorin für Informatik an der Hochschule Luzern.
Ihr Spezialgebiet sind KI Methoden für flexible und optimierte Fertigungs- und Geschäftsprozesse.

Künstliche Intelligenz im Spannungsfeld von Digitalisierung, Innovation, Hype und Zukunftsfantasien

Jana Koehler

Zusammenfassung: Der Vortrag führt in das Gebiet der Künstlichen Intelligenz sein und erklärt die wichtigsten KI-Begriffe und Technologien. Anhand anschaulicher Fallstudien werden Potentiale, Chancen, und Risiken aktueller Entwicklungen aufgezeigt und es wird ein Ausblick auf gesellschaftlich relevante Entwicklungen gegeben. Künstliche Intelligenz erweist sich nicht nur als Innovationstreiber der Digitalisierung, sondern auch als Schlüsseltechnologie, unsere Wirtschaft flexibler, nachhaltiger und widerstandfähiger in Bezug auf aktuelle und zukünftige Anforderungen zu gestalten. Der Fokus auf den Menschen, seine Verantwortung und seine Bedürfnisse ist dabei entscheidend für die erfolgreiche Positionierung im internationalen Wettbewerb. Deutschland nimmt in der Forschung mit Institutionen wie dem Deutschen Forschungszentrum für KI (DFKI) einen Spitzenplatz ein und deutsche Unternehmen gehören zu den Vorreitern bei der Anwendung von KI- Technologien im industriellen und medizinischen Umfeld.

1950 stellt der englische Mathematiker Alan Turing die Frage, ob menschliche Intelligenz durch einen Computer berechnet werden kann und schlägt auch gleich einen Test vor, mit dem die Intelligenz eines Computers im Wettbewerb mit einem Menschen testbar wird (Turing 1950).

The new form of the problem can be described in terms of a game which we call the ‘imitation game.’ It is played with three people, a man (A), a woman (B), and an interrogator (C) who may be of either sex. The interrogator stays in a room apart front the other two. The object of the game for the interrogator is to determine which of the other two is the man and which is the woman […] It is A’s object in the game to try and cause C to make the wrong identification. The object of the game for (B) is to help the interrogator. […] We now ask the question, ´What will happen when a machine takes the part of A in this game?’ […] These questions replace our original, ‘Can machines think?’ […] The new problem has the advantage of drawing a fairly sharp line between the physical and the intellectual capacities of a man.”

1956, nur wenige Jahre nach dem Erscheinen von Turings Artikel, treffen sich amerikanische Forscher am Dartmouth College an der amerikanischen Ostküste, um ein Forschungsprogramm zu initiieren, das der Frage nach einer intelligenten Maschine nachgehen soll. John McCarthy, einer der beteiligten Forscher, prägt den Namen für dieses Programm: Künstliche Intelligenz.

So umfassend und vielfältig wie das Forschungsgebiet, so unterschiedlich sind auch die Versuche, Intelligenz bzw. Künstliche Intelligenz zu definieren. Dabei fällt auf, dass für viele KI-Forscher, die Fähigkeit, eines Systems, selbstgestellte Ziele zu erreichen, als sehr entscheidend angesehen wird.

Die nachfolgende Abbildung zeigt eine Auswahl wichtiger aktueller Forschungsgebiete und Methoden in der KI und ordnet sie den Teilgebieten der Mathematik zu, auf denen diese Forschungsgebiete und Methoden wesentlich (aber nicht ausschließlich) beruhen.

 

 

Prof. Dr. habil. Jana Koehler