Eco City – International Campus Wünsdorf: Bauhaus des 21. Jahrhunderts

Im September 2020 hat EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen die Initiative „ Neues Europäische Bauhaus“ angestoßen. Das Ziel: den „European Green Deal“ in den Alltag der Menschen zu übersetzen. Alle Bereiche – Arbeiten, Wohnen, Infrastruktur, Stadtentwicklung, Mobilität, Energie, Ressourcennutzung u.a. – sollen tiefgreifend nach ökologisch nachhaltigen Kriterien umgestaltet werden. Nur mit einem so umfassenden Ansatz ist es nach Auffassung der EU-Kommission möglich, die Klimaziele der Europäischen Union zu erreichen, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen und Europa zum Vorbild einer global erforderlichen Entwicklung zu machen. Spätestens im Jahr 2022 soll nach dem Willen der EU-Kommissionspräsidentin mit den ersten fünf Bauhaus-Projekten in verschiedenen Ländern Europas begonnen werden – weitere sollen folgen.

 

Die schon vor der EU-Initiative entstandene Projektstudie „Eco City – International Campus Wünsdorf“ kann als Blaupause und wichtiger Baustein einer solchen internationalen Bauhaus-Bewegung angesehen werden. Für eine knapp 100 ha große Konversionsfläche 40 km südlich von Berlin wurde das Konzept einer ökologischen Modell-, Labor- und Ausbildungsstadt entwickelt, in der systematisch und interdisziplinär sozial und ökonomisch machbare Lösungen für eine klimagerecht-nachhaltige Transformation unserer Stadt- und Siedlungsstrukturen entwickelt, erprobt und gelehrt werden. Das Projekt ist verbunden mit einer internationalen Akademie und einem Netzwerk realgesellschaftlicher Tandemprojekte, die Bestands- und Neubauquartiere in unterschiedlichsten Siedlungskonstellationen betreffen.  Entwickelt wurde das Konzept von einem Team langjährig erfahrener Pioniere des ökologischen Städtebaus unter der Leitung von Prof. Dr. Ekhart Hahn.

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Über den Referenten:

Prof. Dr. Ekhart Hahn hat Architektur und Stadtteilplanung an der TU Berlin studiert und arbeitet seit 1975 zum Thema einer ökologischen Wende in der Stadt- und Raumplanung. Im Jahre 1979 hat er den Begriff und das neue Forschungsfeld „Siedlungsökologie“ eingeführt und in den 1980er Jahren die Theorie und das Konzept zum „Ökologischen Stadt(um)bau“ entwickelt – für ihn die zentrale Herausforderung des 21. Jahrhunderts. Parallel zu seinen theoretischen und konzeptionellen Forschungsarbeiten u.a. am Wissenschaftszentrum Berlin initiierte und leitete er stadtökologische Modellprojekte auf Gebäude-, Block- und Quartiersebene sowie das EU-weit erste Modellprojekt einer siedlungsökologischen Neudefinition der Beziehung zwischen Stadt, Umland und Region. Seine Pioniertätigkeit wurde maßgeblich durch seine internationale Forschungstätigkeit geprägt, die ihn u.a. nach China und Japan, die USA, UdSSR/Russland und nach Indien geführt haben. Seit 1998 lehrt Ekhart Hahn die Themen Siedlungsökologie und Ökologischer Stadt(um)bau an verschiedenen in- und ausländischen Universitäten und Hochschulen. Seit 2015 leitet er die Projektstudie „Eco City – International Campus Wünsdorf“.

Prof. Dr. Ekhart Hahn